Felix Martin lädt ein…

… zu „Wehr` dich“ – Digitale Workshops zum Umgang mit Verschwörungsmythen und rechter Hetze

Hier geht’s direkt zu den Zugangsdaten für die Videokonferenz.

Wir begegnen ihnen immer wieder im Alltag: rechte Parolen, Fake News, Alltagsrassismus, Verschwörungsmythen, Hass und Hetze. Gerade im Netz wird der Ton rauer und unsachlicher. Eine demokratische Auseinandersetzung muss von gegenseitigem Respekt und Sachlichkeit geprägt sein.
In zwei Workshops soll aktiv darüber diskutiert werden, wie man antidemokratischer Meinungsmache Paroli bieten kann. Felix Martin erläutert: „Wir möchten den Teilnehmer*innen Anleitungen geben, adäquat auf Hass im Netz und auf Verschwörungsmythen zu reagieren und damit ein klares Signal gegen rechte Hetze setzen. Demokratie ist kein Selbstläufer: In Zeiten der Corona-Krise erleben wir, dass Verschwörungsideologen und Verfassungsfeinde die Pandemie zum Anlass nehmen, ihr menschenverachtendes Weltbild zu verbreiten. Wir alle müssen aktiv sein und bleiben: Demokratie lebt vom Engagement der Anständigen!“

Frauenraum der ehemaligen Synagoge in Abterode

Gemeinsam mit Dr. Martin Arnold, dem Vorsitzenden des Vereins der Freundinnen und Freunde des jüdischen Lebens, wird die Veranstaltung am Samstag den 27. Februar um 15:00 Uhr live aus der ehemaligen Synagoge in Abterode gestreamt.
Die Teilnehmenden können sich digital oder per Telefon in die Videokonferenz einwählen. Heute befindet sich in der Synagoge ein Gedenk- und Lernort für jüdisches Leben. „Dieser Ort erinnert nicht nur an die ungebrochene Präsenz jüdischer Menschen in Deutschland, sondern auch an die schrecklichen Taten, die auf vermeintlich harmlose Worte folgen“, erklärt Felix Martin. „Die Mehrheitsgesellschaft darf zu dem zunehmenden Antisemitismus in ihrer Mitte nicht schweigen.“

Die parallel laufenden Workshops werden durch den Landtagsabgeordneten Lukas Schauder und die Digitalstrategin Dr. Laura Sophie Dornheim geleitet und dauern bis ca. 17:00 Uhr.
Lukas Schauder ist Sprecher für Extremismusprävention und Demokratieförderung der GRÜNEN im Hessischen Landtag. Frau Dr. Dornheim ist Dipl. Wirtschaftsinformatikerin, promovierte Geschlechterforscherin und Beraterin für Digitalstrategie. Sie kennt die Schattenseiten des Netzes mit Hate Speech und Fake News.

Workshop I „Hass und Rechte Hetze im Netz“ – Referentin u. Workshopleiterin Dr. Laura Sophie Dornheim:
Eine Recherche des Spiegels ergab, dass 2/3 aller weiblichen Bundestagsabgeordneten online Hassnachrichten bekommen. Der Mord an Walter Lübcke, die terroristischen Anschläge von Halle und Hanau zeigen deutlich, dass digitale Gewalt Nährboden für physische Gewalttaten ist.
Aber auch wer „nur“ von digitaler Hetze betroffen ist, leidet darunter. Insbesondere marginalisierte Gruppen, Frauen, BPoC, Queers werden besonders häufig zum Ziel von Beleidigung, Verleumdung und Bedrohungen.
Dabei wird seit Jahren immer deutlicher, dass diejenigen, die Hass und Hetze verbreiten gut vernetzt sind und oft Attacken gezielt koordinieren.
Solche Angriffe belasten die Betroffenen schwer. Aber nicht nur aus Mitgefühl sollten wir uns alle gegen Hass im Netz einsetzen, denn wenn bestimmte Gruppen gezielt aus dem demokratischen Diskurs gedrängt werden, ist unsere offene Gesellschaft im Kern bedroht.

In diesem Workshop wollen wir uns mit digitaler Gewalt als strukturellem Problem befassen. Fokus soll dabei auf den Strategien zum Umgang mit Hass und Hetze online liegen, sowohl ganz individuell als auch politisch.
Was kann ich ganz konkret tun, wenn ich auf Social Media angegriffen werde?
Welche Anlaufstellen gibt es für Betroffene, wie und wo kann man sich Hilfe suchen?
Wie sieht der rechtliche Rahmen aus, welche Lücken gibt es und wo sollten wir politisch ansetzen um digitale Gewalt langfristig einzudämmen?

Workshop II „Umgang mit Verschwörungsmythen“– Referent und Workshopleiter Lukas Schauder, MdL:
Verschwörungsmythen haben aktuell Hochkonjunktur. Insbesondere Gruppen und Personen aus dem rechtsextremen Milieu versuchen, die Krise für ihre politische Agenda zu missbrauchen. Der dabei verbreitete Antisemitismus hat viele Gesichter: Mal sind die geheimen Eliten des „Deep State“ und des Großkapitals für die Pandemie verantwortlich, mal ist es George Soros, der insgeheim am großen Bevölkerungsaustausch arbeitet. Manche geben sich nicht einmal mehr die Mühe, ihren Antisemitismus auf diese Weise zu verstecken und machen offen jüdische Menschen für eine eingebildete „Impfdiktatur“ verantwortlich.
Im Workshop soll zunächst erklärt werden, wie Verschwörungsmythen sich verbreiten, warum sie von Menschen geglaubt werden und was sie so gefährlich macht. Darauf aufbauend werden konkrete Strategien zum Widerspruch in alltäglichen Situationen und Gesprächen aufgezeigt. Im letzten Teil wollen wir schließlich Beispiele besprechen und einen individuellen Austausch über eigene Erfahrungen ermöglichen.

Zugangsdaten für die Videokonferenz via GoToMeeting


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